„Kinder für Kinder“ Mahnmal für die Kinder der Zwangsarbeiter/innen

Das Mahnmal soll an 123 frühverstorbene Kinder von Zwangsarbeiter/innen in Berlin-Buch erinnern. Von 1940 – 1945 verbrachten die Kinder ihr kurzes Leben unter den harten Bedingungen der NS-Zeit, sie starben infolge von Mangelernährung und Infektionskrankheiten in Bucher Lagern und Krankenhäusern. Viele von ihnen könnten heute die Freude am Leben mit uns teilen. Schüler/innen der Grundschule am Sandhaus, der Körperbehindertenschule Marianne Buggenhagen und der Hufelandschule haben die Namen der Kinder aufgezeichnet.

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(hier finden Sie ein Video über die Einweihungsfeier:)

Video der Einweihung des Mahnmals „Kinder für Kinder“

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Das Mahnmal aus Granit befindet sich am Eingang der ehemaligen Rieselfelder an der Ländergrenze Berlin zu Brandenburg in Berlin-Buch

  • Einweihung des Denkmals für die Opfer der Euthanasiemorde in der NS-Zeit am 18.11.2012 in Berlin-Buch beim den ehem. Dr. Heim Heilstätten, Hobrechtsfelder Chaussee 150, 13125 Berlin-Buch, gegenüber dem jetzigen Allées des Cháteaux.
  • Zum einjährigen Bestehen des Denkmals Pflanzung von 3 Korbinian Aigner (1885-1966) Apfelbäumen rund um das Denkmal am 17.11.2013 um 14.00 Uhr.

Das Attentat von Georg Elser am 8. November 1939 nahm Aigner zum Anlass, am 9. November im Religionsunterricht über das Fünfte Gebot (Du sollst nicht töten) zu sprechen. Dabei fiel auch der Satz „Ich weiß nicht, ob das Sünde ist, was der Attentäter im Sinn hatte. Dann wäre halt vielleicht eine Million Menschen gerettet worden“. Dieses Zitat Aigners wurde denunziert. Am 22. November wurde Aigner verhaftet und ins Gefängnis Freising gebracht. (Am 3. Oktober 1941 wurde er als Häftling Nr. 27.788 nach Dachau verlegt und dort im Priesterblock untergebracht. In Dachau leistete er seine Zwangsarbeit hauptsächlich in der Landwirtschaft. Zwischen zwei Baracken pflanzte er Apfelbäume, und es gelang ihm sogar die Züchtung der neuen Sorten KZ-1, KZ-2, KZ-3 und KZ-4. Von diesen Sorten blieb bis 2012 nur die Sorte KZ-3 erhalten.)

  • Weitere Station der Aufklärung zur NS-Geschichte
    „Methoden der Indoktrination in den Krankenanstalten im Berlin Buch 1933-1945“. Medienstation Stadtteilbibliothek Buch
  • Am 21. September 2014 um 15.00 Uhr, Einweihung des Mahnmals „Kinder für Kinder“

Hobrechtsfelder Chaussee, in unmittelbarer Nähe zum großen Parkplatz, des Beginns der Skulpturenlinie Steine ohne Grenzen auf der Ländergrenze zu Brandenburg. Die Opfer der Gewaltherrschaft der NS-Zeit arbeiteten in den ehemaligen Rieselfeldern, die sich von Berlin-Buch nach Barnim erstrecken.


In Buch gab es 10 große und mehrere kleinere Zwangsarbeiterlager. Die Menschen arbeiteten z.B. in den Bucher Krankenhäusern, dem Werk Buch, dem Gut Buch, der Landwirtschaft und dem großen Güterbahnhof. In Buch starben über 400 Zwangsarbeiter in überwiegend sehr jungem Alter an Mangelversorgung, Überlastung und Infektionskrankheiten. Ein Viertel von ihnen waren Kinder.

Nach 1945 wurden aus medizinpolitischen Überlegungen die „Euthanasie“-Morde und alle weiteren Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den Bucher Krankenanstalten zwischen 1933 und 1945 nicht nur nicht aufgearbeitet, sondern auch im Hinblick auf die geplante Entwicklung Berlin-Buchs zu dem weltweit größten und modernsten Medizinstandort geleugnet. Ein Beispiel ist eine offizielle Antwort auf eine Anfrage der Generalstaatsanwaltschaft Köln von 1965 in Zusammenhang mit einem „Euthanasie“-Prozess in Köln. (Unterlagen der BStU, Textvorgabe der ehemaligen Abteilung I A der Staatsicherheit an den Berliner Generalstaatsanwaltschaft für eine Antwort nach Köln. Nach scheinbar langwierigen Ermittlungen heißt es in dem sehr kurzen Antwortschreiben >..teile ich Ihnen bezüglich der beiden von Ihnen genannten Bürger der DDR mit, (es folgen zwei Namen) dass diese beiden Herren keine sachdienlichen Angaben machen können.erledigt, z. d. A.Juden-ListenKinder für Kinder< entwickelt. Es bietet Schülern eine besondere Möglichkeit, die Folgen amoralischer, menschenfeindlicher Auswüchse politischer Ideologien mit den Schicksalen der betroffenen Opfer in Beziehung zu setzen.

Die Schüler von drei Bucher Schulen (Schule Am Sandhaus, die Buggenhagen-Schule für Körperbehinderte Schüler und die Hufeland-Schule sind an einem Mahnmal für über 100 in Buch verstorbene Zwangsarbeiter-Kinder beteiligt. Es ist zu hoffen, dass die heutigen Schüler ihr Werk noch den eigenen Kindern zeigen, Fragen gestellt und Antworten gegeben werden und auf diese Weise eine besondere Kontinuität in der Weitergabe geschichtlichen Wissens entwickelt wird..

Recherchen: Rosemarie Pumb, Trägerin des Bundesverdienstkreuzes für die Aufarbeitung der NS-Geschichte in Berlin-Buch.

Vielen Dank an diejenigen, die das Denkmal „Kinder für Kinder“ ermöglicht haben:
Frau Rosemarie Pumb
Familie Pumb
Frau Jeanette Münch
Frau Silvia Christine Fohrer
Herr Rudolf J. Kaltenbach
Herr Olaf Zeuschner, Revierförster Berlin-Buch
Berliner Forsten, Forstamt Pankow
Runder Tisch Geschichte Buch
Bezirksamt Pankow
Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales
Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“
des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Pfarrgemeinde St. Bonifatius
Herr Yvo Verschoor, Herr Walter Baeck, Frau Sabine Meck
Firma BESCH
THW
Dem Spatzenchor Berlin-Buch
Den Mitgliedern der Staatskapelle Berlin
Dem Bucher Frauenchor „Ein Ton tiefer“
Frau Seele, Sonderschulrektorin der Marianne-Buggenhagen-Schule für Körperbehinderte
Frau Ohm, Religionslehrerin der Marianne-Buggenhagen-Schule für Körperbehinderte
Herr Grimm, Schulleiter der Grundschule am Sandhaus
Frau Schneider, Lehrerin der Grundschule am Sandhaus
Herr Wedel, Sozialpädagoge der Hufelandschule

Vortrag der polnischen Kinderlieder:
Frau Sylvia Tazberik

Ansprachen:
Frau Cornelia Reuter, evangelische Pfarrerin in Berlin-Buch
Herr Stefan Liebich, MdB
Herr Dr. Torsten Kühne, Bezirksstadtrat in Pankow
Herr Rainer Fornell, Bürgermeister von Panketal
Herr Bruno Monn, katholischer Pfarrer in Berlin-Buch

Vielen Dank an Frau Pumb, Frau Fohrer, Herr Kaltenbach, Herr Zeuschner für die
Initiative zum Denkmal für die Opfer der Euthanasie in Berlin-Buch.